Haben Sie sich auch schon gefragt, wie viele Kunden in Webshops den Kaufvorgang abbrechen, weil sie nicht die richtigen Zahlungsverfahren angeboten bekommen? Aber welche Kombination von Bezahlverfahren verspricht insgesamt den größten Erfolg? Diesen Fragen ist ibi research an der Universität Regensburg zusammen mit dem Partnerkonsortium des E-Commerce-Leitfadens auf den Grund gegangen. Aktuelle Ergebnisse können unter http://www.ecommerce-leitfaden.de kostenlos heruntergeladen werden.
Das richtige Zahlungsverfahrens-Portfolio für einen Online-Shop zusammenzustellen ist keine leichte Aufgabe. Wichtig ist, dass die angebotenen Zahlungsverfahren von den Kunden akzeptiert und damit Kaufabbrüche vermieden werden, dass es zu möglichst wenig Zahlungsverzögerungen und Zahlungsausfällen kommt und dass die Kosten für die Zahlungsabwicklung so gering wie möglich gehalten werden können.

„Das eine Zahlungsverfahren, das alle drei Anforderungen optimal erfüllt, gibt es nicht“, weiß Dr. Ernst Stahl, Research Director bei ibi research an der Universität Regensburg. „Online-Händler müssen sich daher genau überlegen, welche Kombination von Zahlungsverfahren und vor- und nachgelagerten Maßnahmen im Risiko- und Forderungsmanagement ihnen den höchsten Gewinn verspricht.

Unterstützung finden die Händler dabei im E-Commerce-Leitfaden, den das Regensburger Forschungs- und Beratungsinstitut gemeinsam mit acht namhaften Lösungsanbietern für den Online-Handel entwickelt hat. atriga, ConCardis, creditPass, etracker, EURO-PRO, die Hermes Logistik Gruppe, Saferpay und xt:Commerce bündeln in diesem Projekt ihr Know-how und ihre Erfahrungen, um zusammen mit ibi research die wichtigsten Informationen für Online-Händler und solche, die es werden wollen, in einfach verständlicher und prägnanter Form zusammenzustellen.

Wie sich die angebotenen Zahlungsverfahren und die ergänzend durchgeführten Maßnahmen im Risiko- und Forderungsmanagement auf den Gewinn eines fiktiven Online-Händlers auswirken, wird im E-Commerce-Leitfaden anhand eines Fallbeispiels veranschaulicht (http://www.fallbeispiel.ecommerce-leitfaden.de). „Um die Ergebnisse des Fallbeispiels auf andere Fälle übertragen zu können, fehlten uns aber noch genauere Daten. Wir wollten wissen, wie sich die Kunden bei unterschiedlichen Kombinationen von angebotenen Zahlungsverfahren verhalten, d.h. welches Zahlungsverfahren sie wählen bzw. ob sie den Kauf abbrechen würden“ sagt Thomas Krabichler, Projektleiter bei ibi research. Grund genug für die Regensburger Forscher, hierzu gemeinsam mit dem Partnerkonsortium des E Commerce-Leitfadens eine Online-Befragung von Endverbrauchern durchzuführen.

Die Ergebnisse dieser Befragung sind jetzt unter http://www.ecommerce-leitfaden.de kostenlos verfügbar. Wie die Studienergebnisse zeigen, haben 56% der Teilnehmer schon einmal schlechte Erfahrungen beim Online-Shopping gemacht. Wenn nur die Zahlung per Vorkasse angeboten wird, verlassen daher 79% der Kunden den Webshop und suchen nach einem anderen Anbieter. Durch das Angebot einer Zahlung per Rechnung, Lastschrift oder Kreditkarte lässt sich die Kaufabbruchquote deutlich reduzieren. Allerdings sind mit diesen Zahlungsverfahren auch höhere Risiken für Online-Händler verbunden, denen es zu entgegnen gilt.

„Mit der vorliegenden Untersuchung erhalten Online-Händler erstmals eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Optimierung ihrer Zahlungsabwicklung“ sagt Prof. Dr. Dieter Bartmann, Ordinarius für Wirtschaftsinformatik an der Universität Regensburg und Geschäftsführer von ibi research. „Dabei wurde auch betrachtet, wie sich beispielsweise ein Rabatt von 3% bei Zahlung per Vorkasse oder die Verfügbarkeit eines Gütesiegels auf die Zahlungsverfahrenswahl und die Kaufabbruchquote auswirken.“

Die Ergebnisse will das Leitfaden-Konsortium auch dazu nutzen, Online-Händler zukünftig durch automatisierte Rechentools auf der Projekt-Webseite bei der Optimierung der Zahlungsabwicklung zu unterstützen. Schon heute werden dort die Inhalte des Leitfadens als Online-, pdf- und Buchversion, ein kostenloser vierzehntägiger Newsletter und laufend aktualisierte Studien- und Veranstaltungshinweise für Online-Händler angeboten.

Des Weiteren hat die Befragung gezeigt, wie wichtig neben der Zahlungsabwicklung und dem Risiko- und Forderungsmanagement auch die Themen Logistik und Web-Controlling für Online-Händler sind. So stören sich die meisten Kunden, die bereits schlechte Erfahrungen beim Einkaufen im Internet gemacht haben, an zu langen Lieferzeiten. Und ohne ein fundiertes Web-Controlling ist es schwierig, die Gründe für Kaufabbrüche zu identifizieren und zu beseitigen. Noch in diesem Jahr soll daher eine Neuauflage des Leitfadens erscheinen, in der auf die Themen Logistik, Online-Marketing und –Controlling sowie Risikomanagement vertiefend eingegangen wird.

Hier erhalten sie die Pressemitteilung als .doc

Grafiken zur Pressemitteilung:

Kaufabbruchquote_verkleinert

Vorkasse_verkleinert