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Electronic Banking: Direktinstitute schneiden bei Firmenkunden besser ab als Filialbanken

Direktinstitute entwickeln sich im Firmenkundengeschäft zu ernstzunehmenden Wettbewerbern von Filialbanken. Die Electronic-Banking-Leistungen der Internetbanken in Deutschland bewerten Unternehmen insgesamt mit der Schulnote "gut" - die Angebote klassischer Geldhäuser dagegen nur mit einer "Zwei minus". Besonders zufrieden sind die Firmenkunden mit kurzen Antwortzeiten bei Datenübertragungen und der Aktualität der Kontoinformationen. In beiden Punkten haben die Direktinstitute die Nase vorn. Filialbanken schneiden im Kundenurteil deutlich schlechter ab. Das sind Ergebnisse der Studie „Electronic Banking 2010“ des Hamburger Software- und Beratungshauses PPI AG in Zusammenarbeit mit ibi research.

Die Studienergebnisse zeigen: Allein der direkte Kundenkontakt dürfte für Filialbanken künftig nicht ausreichen, um den Vorsprung im Firmenkundengeschäft langfristig zu halten. Für 63 Prozent der Nicht-Direktbank-Kunden stellt der mangelnde persönliche Kontakt zu Bankmitarbeitern kein Hindernis dar, um zu einem Institut ohne Filialnetz zu wechseln. Für die große Mehrheit der Unternehmen sprechen vor allem die günstigen Konditionen (88 Prozent) für eine Direktbank. Sind die Angebote attraktiv, ist also durchaus die Bereitschaft da, die Nähe zur Filiale komplett aufzugeben oder zumindest um eine Bankbeziehung zu einem Direktinstitut zu ergänzen.

"Um im Firmenkundengeschäft auf lange Sicht keine Marktanteile zu verlieren, sollten klassische Institute wachsam sein und genau analysieren, wo sie im Electronic Banking von Direktbanken lernen können", rät Michael Lembcke, Bankexperte bei dem Software- und Beratungshaus PPI. "Auf der anderen Seite ist das Angebot der Direktinstitute an vielen Stellen durchaus noch ausbaufähig. Identifizieren Filialbanken diese Baustellen und optimieren hier die eigenen Angebote, verschaffen sie sich wichtige Wettbewerbsvorteile. Sie liefern Firmenkunden die ausschlaggebenden Argumente, warum sie im Electronic Banking der bessere Ansprechpartner sind", so Lembcke.

Einen möglichen Stellhebel bietet beispielsweise das Thema Hilfestellungen und Support. Bei diesem Aspekt schneiden Direktinstitute im Vergleich zu allen anderen angebotenen Leistungen in der Kundenbewertung am schlechtesten ab. Viele Unternehmen wünschen sich im Online-Bereich mehr Unterstützung, als sie derzeit von ihrem Institut bekommen. Es gilt für die Banken also, nach Ansatzpunkten zu suchen, wie sie ihren Firmenkunden im Electronic Banking künftig noch stärker als bisher zur Seite stehen und sich dabei von Direktinstituten abheben. Ähnliche Potenziale bieten sich bei den Möglichkeiten, Transaktionen gegen Risiken abzusichern sowie bei der Benutzerfreundlichkeit des Online-Angebots. Direkt- und Filialinstitute liegen in diesen Punkten in der Kundenbewertung derzeit gleichauf. Wenn die klassischen Banken Chancen zur Verbesserung der eigenen Angebote identifizieren, können sie sich einen Vorsprung gegenüber den Banken ohne Filialnetz erarbeiten.

Hintergrundinformationen

Für die Studie „Electronic Banking 2010 – Nutzen Unternehmen Direktbanken?“ wurden zum einen die Angebote von 45 in Deutschland tätigen Direktbanken analysiert, zum anderen 150 Unternehmen befragt. Die Studie ist Teil eines Studienzyklus zum Electronic Banking. Weitere Informationen zu den vorangegangen Experten- und Firmenkundenbefragungen zum Electronic Banking finden Sie hier.